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Einwanderung

AAIP September-Draws: Sechs Sektoren, sechs Chancen — wo du am leichtesten reinkommst

03. Oktober 2026  ·  Redaktion go2canada.info  ·  6 Min. Lesezeit

AAIP September-Draws: Sechs Sektoren, sechs Chancen — wo du am leichtesten reinkommst

Zwischen dem 10. und dem 23. September 2026 hat Alberta innerhalb von zwei Wochen sechs separate AAIP-Ziehungen durchgeführt und dabei mindestens 380 Einladungen zur Antragstellung (Invitations to Apply, ITA) verschickt — laut immigration.ca, Stand 23.09.2026. Das Besondere daran: Es waren nicht sechs Wiederholungen desselben Programms, sondern sechs komplett unterschiedliche Türen nach Alberta, jede mit eigenem Mindestpunktestand und eigener Zielgruppe. Wer gerade überlegt, über das Alberta Advantage Immigration Program (AAIP) einzuwandern, bekommt hier die ehrliche Einordnung: wo die Chancen wirklich stehen, wo du dir Monate sparst — und wo du nur deine Zeit verschwendest.

Die sechs Draws im Überblick

Laut immigration.ca (Stand 23.09.2026) sahen die sechs Ziehungen so aus:

  • 10. September — Priority Sectors (Manufacturing): 48 Einladungen bei Mindestpunktzahl 60
  • 15. September — Priority Sectors (Agriculture): 18 Einladungen bei Mindestpunktzahl 60
  • 18. September — Priority Sectors (Health Care): 100 Einladungen bei Mindestpunktzahl 62
  • 21. September — Law Enforcement Pathway: weniger als 10 Einladungen bei Mindestpunktzahl 49
  • 22. September — Accelerated Tech Pathway: 100 Einladungen bei Mindestpunktzahl 59
  • 23. September — Alberta Opportunity Stream: 113 Einladungen bei Mindestpunktzahl 58

Das Gesundheitswesen-Draw am 18. September hat sich laut derselben Quelle gegenüber der letzten Healthcare-Ziehung am 4. August (50 Einladungen bei Mindestpunktzahl 66) mehr als verdoppelt — ein deutliches Zeichen, dass Alberta hier gezielt Tempo macht. Zum Vergleich: Alberta hat für 2026 insgesamt eine Zuteilung von 6.603 Nominierungen, von denen bis zum 23. September bereits 5.221 vergeben waren (immigration.ca, Stand 23.09.2026). Das heißt: Rund vier Fünftel des Jahreskontingents waren zu diesem Zeitpunkt schon verbraucht, bei gut drei Monaten, die noch im Kalenderjahr blieben.

Warum das für dich als Fachkraft aus DACH zählt

Für jemanden aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist genau diese Sektor-Aufteilung die eigentliche Nachricht. Alberta lädt hier nicht länger pauschal „Fachkräfte“ ein, sondern gezielt Industriemechaniker und Produktionsfachkräfte (Manufacturing), landwirtschaftliche Fachkräfte (Agriculture), Pflegekräfte und medizinisches Personal (Health Care) sowie IT-Fachkräfte (Accelerated Tech Pathway). Wer in einem dieser Berufsfelder ausgebildet ist und bereits einschlägige Berufserfahrung mitbringt, hat damit einen klar benennbaren Zugang — statt sich in einem allgemeinen Pool mit Tausenden anderen Profilen zu messen.

Die AAIP-Punktevergabe für die Worker-Streams folgt laut mehreren auf kanadische Einwanderung spezialisierten Portalen (u. a. immigration.ca) einem Raster mit maximal 100 Punkten: Ausbildung (bis 22 Punkte, davon 10 für einen in Alberta erworbenen Abschluss), Sprachkenntnisse (bis 13 Punkte, ab CLB 6 die volle Punktzahl), Berufserfahrung (bis 21 Punkte), Alter (bis 5 Punkte), familiäre Bindung nach Alberta (bis 8 Punkte) sowie ein Jobangebot in Alberta (bis 16 Punkte, mit Zusatzpunkten für Angebote in ländlichen Regionen oder bestimmten Branchen). Ein unbefristetes Vollzeit-Jobangebot ist damit der größte einzelne Hebel, den du in der Hand hast — wichtiger als ein paar zusätzliche Monate Berufserfahrung.

Wichtig ist auch der Nord-Fokus: Die Branchen Manufacturing, Agriculture und Health Care sind in Alberta keineswegs auf Calgary und Edmonton konzentriert. Landwirtschaftliche Betriebe und Verarbeitungsfachkräfte werden ebenso im Raum Lethbridge und Red Deer gesucht, während der Pflegenotstand in Nord-Alberta — in Fort McMurray, Grande Prairie, Cold Lake und Lloydminster — teils noch ausgeprägter ist als in den Großstädten im Süden. Wer bereit ist, dorthin zu gehen, trifft häufig auf weniger Konkurrenz um dasselbe Jobangebot.

Schritt für Schritt: von der Interessensbekundung zur Nominierung

  1. Stream wählen. Prüfe anhand deiner Ausbildung, Berufserfahrung und eines möglichen Jobangebots, in welchen der sechs (oder weiteren) AAIP-Worker-Streams du am ehesten passt.
  2. Expression of Interest (EOI) einreichen. Seit dem 7. April 2026 verlangt Alberta dafür eine nicht erstattungsfähige Worker-EOI-Gebühr von 135 CAD (alberta.ca, Stand 2026) — zu zahlen innerhalb von 24 Stunden nach Einreichung, sonst landet die EOI nicht im Auswahlpool.
  3. Auf eine Ziehung warten. Alberta zieht in unregelmäßigen Abständen aus dem jeweiligen Pool die Profile oberhalb eines Mindestpunktestands — genau das sind die oben gelisteten sechs Draws.
  4. Invitation to Apply (ITA) erhalten. Ab hier läuft die Uhr: Du hast laut alberta.ca (Stand 2026) 15 Tage Zeit, um den Antrag über den Link zu starten, und danach weitere 30 Tage, um ihn vollständig einzureichen und zu bezahlen.
  5. Antragsgebühr zahlen. Für alle Worker-Stream-Anträge wird eine Gebühr von 1.500 CAD fällig — ebenfalls innerhalb von 24 Stunden nach Einreichung des vollständigen Antrags, sonst wird er automatisch gecancelt (alberta.ca, Stand 2026).
  6. Nominierung abwarten und zur PR übergehen. Nach erfolgreicher Prüfung erhältst du die Provincial Nomination. Läuft dein Stream über Express Entry, wird dein Bundesprofil mit den zusätzlichen Nominierungspunkten aktualisiert; den finalen ITA für die permanente Aufenthaltserlaubnis verschickt anschließend IRCC.

Häufige Fehler

  • Die 24-Stunden-Zahlungsfrist verpasst. Sowohl bei der EOI (135 CAD) als auch beim vollständigen Antrag (1.500 CAD) gilt: Zahlst du nicht binnen 24 Stunden, ist der Vorgang automatisch beendet — ohne Rückerstattung, ohne zweite Chance in diesem Durchlauf. Das haben schon mehrere DACH-Auswanderer erlebt, die dachten, die Frist beginne erst mit einer gesonderten Erinnerungs-E-Mail.
  • Alles auf den Law Enforcement Pathway gesetzt. Ein Mindestscore von 49 wirkt verlockend niedrig, aber für ganz 2026 stehen dort gerade einmal 12 Nominierungen zur Verfügung. Wer seine gesamte Strategie darauf aufbaut, statt parallel einen realistischeren Stream wie Manufacturing oder Health Care zu verfolgen, verliert wertvolle Monate.
  • Den 15-Tage-Fenster nach der ITA unterschätzt. Andere Programme wie das BC PNP geben oft mehr Vorlaufzeit. Wer das AAIP-Tempo nicht kennt und den Link erst nach zwei, drei Wochen anklickt, riskiert, dass die Einladung verfällt.
  • Keine Rücklage für zwei getrennte Gebühren eingeplant. 135 CAD für die EOI und 1.500 CAD nach der Einladung sind zwei separate Zahlungen zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten — nicht eine einzige Summe, die man erst nach der Einladung zusammenkratzen kann.
  • Das schrumpfende Jahreskontingent ignoriert. Mit 5.221 von 6.603 Nominierungen bereits vergeben (Stand 23.09.2026), wird das letzte Quartal des Jahres spürbar enger. Wer seine Bewerbung monatelang aufschiebt, konkurriert am Jahresende um deutlich weniger verbleibende Plätze.

Welcher Stream ist jetzt dein realistischster Weg?

Wenn du Produktions-, Landwirtschafts- oder Pflegeerfahrung mitbringst, sind die Priority-Sectors-Draws aktuell dein direktester Zugang — vorausgesetzt, du erreichst die 60 bis 62 Punkte und bringst idealerweise ein konkretes Jobangebot mit. Für IT-Fachkräfte bleibt der Accelerated Tech Pathway mit 100 Einladungen bei einem vergleichsweise moderaten Mindestscore von 59 attraktiv. Und wenn keiner der spezialisierten Streams passt, bleibt der Alberta Opportunity Stream mit 113 Einladungen die zahlenmäßig größte Tür — allerdings bei einem der wichtigsten Punkte überhaupt: ohne ein belastbares Jobangebot aus Alberta wird es in jedem dieser Streams deutlich schwerer, die nötige Punktzahl zu erreichen.

Dies ist keine Rechts- oder Einwanderungsberatung. Nur zugelassene RCICs dürfen verbindliche Beratung anbieten.

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