CEC-Draw Ende September: Wie 1 Jahr kanadische Berufserfahrung deine PR-Chancen erhöht
Am 29. September 2026 hat IRCC mit einem reinen Canadian Experience Class (CEC) Draw 2.000 Invitations to Apply (ITAs) vergeben, Cut-off-Score 518 CRS-Punkte (Quelle: moving2canada.com/cicnews, Stand 29.09.2026). Kein anderer Express-Entry-Stream hat eine so einfache Kernregel: Wer mindestens 12 Monate in Kanada gearbeitet hat, braucht keine Provincial Nomination, keinen Job-Offer und keine ausländische Berufserfahrung, um sich für die Permanent Residence zu qualifizieren. Für Fachkräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die bereits mit einem Work Permit in BC oder Alberta arbeiten, ist das oft der direkteste Weg zur PR – direkter, als viele vor der Einreise ahnen.
Kernfakten zum CEC-Draw vom 29. September
- 2.000 ITAs bei CRS 518 – reiner CEC-Draw, keine Kombination mit anderen Programmen (Quelle: moving2canada.com/cicnews, 29.09.2026).
- Mindestvoraussetzung: 12 Monate Berufserfahrung in einem Beruf der NOC-TEER-Kategorien 0, 1, 2 oder 3, erbracht innerhalb der letzten drei Jahre vor Antragstellung (Quelle: IRCC, Stand 09/2026).
- Vollzeit-Äquivalent von rund 1.560 Stunden – entweder durchgängig Vollzeit oder als Summe von Teilzeitstunden, die sich auf diesen Wert addieren (Quelle: IRCC).
- Sprachanforderung gestaffelt nach TEER: CLB 7 für TEER-0- und TEER-1-Berufe (z.B. Manager, Ingenieurin), CLB 5 für TEER-2- und TEER-3-Berufe (z.B. viele Red-Seal-Trades) (Quelle: IRCC).
- CEC war 2026 einer der aktivsten Streams: Bis Juli 2026 zählte IRCC bereits 11 CEC-Draws mit zusammen 43.250 ITAs (Quelle: IRCC/cicnews, Stand Juli 2026) – der September-Draw bestätigt, dass dieses Tempo anhält.
Anders als beim Federal Skilled Worker Programme verlangt CEC keinen einzigen Tag Berufserfahrung außerhalb Kanadas und keinen Nachweis von Ersparnissen (Proof of Funds), wenn du dich bereits mit gültigem Status im Land befindest.
So weist du dein Jahr kanadischer Berufserfahrung korrekt nach
- NOC-Code deiner Tätigkeit bestimmen. Nicht der Jobtitel zählt, sondern die tatsächlich ausgeführten Aufgaben. Nutze die offizielle NOC-Suche von Statistics Canada/IRCC, um TEER 0–3 zu bestätigen – ein „Supervisor” auf der Visitenkarte, der in Wirklichkeit TEER-4-Aufgaben macht (z.B. reine Kassentätigkeit ohne Führungsverantwortung), hilft dir nicht. Lass dir im Zweifel die Stellenbeschreibung von der Personalabteilung schriftlich geben.
- Belege sammeln, bevor du sie brauchst. Lohnabrechnungen, Arbeitsvertrag, T4-Steuerbescheinigung und ein detailliertes Referenzschreiben des Arbeitgebers mit Tätigkeitsbeschreibung, Gehalt und Wochenstunden – IRCC verlangt das bei jedem CEC-Antrag.
- Sprachtest aktuell halten. IELTS General oder CELPIP sind zwei Jahre gültig. Plane den Test so, dass er beim Einreichen des Profils nicht abgelaufen ist.
- Express-Entry-Profil erstellen oder aktualisieren und den CRS-Score ehrlich berechnen – inklusive Alter, Bildungsabschluss (mit Educational Credential Assessment, falls nötig) und Sprachscore.
- Nach einer ITA bleiben 60 Tage für den vollständigen Antrag inklusive medizinischer Untersuchung und Polizeiführungszeugnis. Diese Frist ist strikt.
Diese vier Fehler kosten DACH-Bewerber regelmäßig die PR
- Erfahrung vor gültigem Arbeitsstatus einrechnen. Wochen oder Monate, die während eines Visitor-Status, eines abgelaufenen Permits oder vor Erhalt der Arbeitserlaubnis gearbeitet wurden, zählen nicht – auch wenn du tatsächlich am Arbeitsplatz warst. IRCC prüft das Startdatum des Permits gegen das Startdatum der angegebenen Berufserfahrung.
- Teilzeitstunden falsch summieren. Viele rechnen ihre Teilzeitmonate einfach zusammen, ohne zu prüfen, ob die Gesamtstundenzahl wirklich dem Vollzeit-Äquivalent von rund 1.560 Stunden entspricht. Wer das falsch einschätzt, reicht einen Antrag ein, der abgelehnt wird.
- Das rückwirkende Drei-Jahres-Fenster ignorieren. Nur Erfahrung aus den letzten drei Jahren vor Antragstellung zählt. Wer zwei Jahre nach dem Ende seines Work Permits erst den Antrag stellt, hat die gesammelte Erfahrung bereits teilweise verloren und muss unter Umständen neu ansetzen.
- Self-Employment und unbezahlte Praktika als Erfahrung werten. Beides zählt grundsätzlich nicht als CEC-Erfahrung, selbst wenn die Tätigkeit inhaltlich einem TEER-0-3-Beruf entspricht. Nur Erfahrung als angestellte Arbeitskraft mit Lohnabrechnung und Steuerabzug wird anerkannt.
BC und Alberta im Vergleich
Die CEC-Regeln selbst sind bundesweit identisch – IRCC unterscheidet nicht zwischen Provinzen. Der Unterschied liegt in der Art der Jobs, die die 12 Monate liefern: In Vancouver, Kelowna, Calgary und Edmonton sammeln viele DACH-Fachkräfte ihre Erfahrung in TEER-0/1-Positionen (Projektleitung, IT, Pflege-Management). In Nord-BC und Nord-Alberta – Fort St. John, Dawson Creek, Prince George, Fort McMurray, Grande Prairie – läuft das meist über TEER-2/3-Trades-Jobs in Camps und auf Baustellen: Elektriker, Schweißer, Heavy-Equipment-Operator. Beides zählt gleichwertig für CEC, solange die NOC-Kategorie passt und die Stunden dokumentiert sind.
Lohnt sich der Weg über CEC für dich?
Wenn du bereits mit einem Work Permit – egal ob LMIA-gestützt oder als Post-Graduation Work Permit nach dem Studium – in Kanada arbeitest, ist CEC in aller Regel der unkomplizierteste PR-Pfad, den es gibt. Kein Job-Offer-Nachweis, keine Provincial Nomination nötig, kein Proof of Funds. Der Haken ist nicht das Programm, sondern die Dokumentation: Wer vom ersten Arbeitstag an Lohnzettel, Verträge und Stundenaufstellungen sauber sammelt, hat beim Erreichen der 12-Monats-Marke alles beisammen, um sofort ins Express-Entry-Profil einzusteigen. Der CRS-Cut-off von 518 beim September-Draw zeigt, dass die Hürde real ist, aber mit guter Sprachleistung und ein bis zwei Jahren Erfahrung erreichbar bleibt. Wer unter 30 ist, einen anerkannten Studienabschluss mitbringt und mindestens CLB 9 (ungefähr IELTS 7.0) erreicht, liegt nach einem Jahr kanadischer Berufserfahrung oft deutlich über diesem Cut-off – ganz ohne Provincial Nomination.
Dies ist keine Rechts- oder Einwanderungsberatung. Nur zugelassene RCICs dürfen verbindliche Beratung anbieten.